Krankenhaus St. Josef

Department für Schmerztherapie

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen und spezielle akute Schmerzzustände sind unser Thema. Chronische Schmerzen zeigen sich auf vielfältige Art und Weise. Dabei können eine Vielzahl verschiedener Erkankungen ursächlich beteiligt sein und unterschiedliche Faktoren und Lebensumstände die Entwicklung starker und chronischer Schmerzen begünstigen. Im Department für Schmerztherapie, dem neuen Kompetenzzentrum für die Behandlung von Schmerzpatienten im Krankenhaus St. Josef, steht der Mensch im Mittelpunkt.  Hier arbeiten Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete eng zusammen. Dabei haben wir immer Ihre persönliche, individuelle  Krankengeschichte im Blick. 

Unsere Schmerzklinik ist auf die ambulante, stationäre und teilstationäre multimodale Behandlung von Schmerzen spezialisiert. Unser Ziel ist es, dass Sie durch ganzheitliche Therapieansätze Ihre Lebensqualität wiedergewinnen. 

Für welche Patienten ist unsere Abteilung für Schmerztherapie da?

Für Patienten mit chronischen Schmerzen, also Schmerzen die in der Regel über 3-6 Monate bestehen. Dies sind unter anderem

  • chronische Rückenschmerzen im Bereich der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule,
  • Spinalkanalstenose
  • chronische Gelenkschmerzen kleiner und großer Gelenke,
  • Muskel- und Weichteil-/Bindegewebsschmerzen,
  • rheumatische Erkrankungen
  • Nervenschmerzen, Neuralgien, Plexusschäden
  • Ganzkörperschmerz, Fibromyalgie
  • Schmerzen bei oder nach einer Herpes-Zoster-Erkrankung (Gürtelrose)
  • Chronische Schmerzen bei Borreliose
  • Polyneuropathie, auch nach Chemotherapie,
  • Schmerzen bei CRPS, M. Sudeck,
  • chronische Schmerzen nach Operationen, verletzungen
  • Schmerzen nach Schlaganfall,
  • Schmerzen bei Durchblutungsstörungen,
  • chronische Bauch- oder Unterbauchschmerzen
  • chronische Spannungskopfschmerzen,
  • chronische Migräne,
  • medikamenteninduzierte Kopfschmerzen,
  • atypischer Gesichtsschmerz,
  • Trigeminusneuralgie und Clusterkopfschmerz. 

Für Patienten mit speziellen akuten Schmerzerkrankungen wie Schmerzen durch oder nach Gürtelrose (Zoster), Trigeminusneuralgie, Clusterkopfschmerz, starke Kopfschmerzen, wo neurologische Ursachen ausgeschlossen wurden, stark beeinträchtigende Rückenschmerzen, die konservativ behandelt werden sollen und können, gilt diese 3-6 Monatsregel nicht. Hier wird notfallmäßig nach einem zeitnahen Sprechstundentermin geschaut.

Was ist das Besondere an chronischen Schmerzen?

Rund 17% aller Deutschen leiden unter lang anhaltenden, chronischen Schmerzen. Neben dem Dauerschmerz leiden die Betroffenen unter anderem auch unter Einschränkungen im Alltag, durch Störung der Beweglichkeit, Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder allgemeine Schwäche. Der chronische Schmerz hat andere Abläufe und Eigenschaften als der akute Schmerz. Oft sind verschiedene Ursachen zugrunde liegend. Es sind verschiedene Nervensysteme betroffen, die Nervenbahnen und das verarbeitende Gehirn passen sich dem ständigen Schmerz an. Die gute Nachricht ist, dass solche Entwicklungen auch umkehrbar sind.
Durch eine eingehenden Anamnese und Untersuchung wird die Grundlage für eine individuell angepasste, viele Aspekte einbeziehende, sogenannte interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie gelegt. Multimodal bedeutet den Einsatz von verschiedenen Therapieansätzen verschiedener Fachbereiche gleichzeitig. Manchmal setzt mit Schmerztherapiebeginn ein recht zügiger Therapieerfolg ein, manchmal ist es ein langer Weg zu einer stabilen, erfolgreichen Einstellung.


Schmerz als eigene Krankheit

Schmerzen wie zum Beispiel Rücken-, Gelenk-, Nerven-, Kopf- und Ganzkörperschmerzen können zu Verhaltensänderungen, Schonhaltungen, Muskelverspannungen und psychischen Veränderungen (Ängste, Depressionen) führen. Dauerhafter Schmerz verursacht nicht selten Depressionen, da die Betroffenen in ihrem Alltag sehr eingeschränkt sind und sich aus den sozialen Kontakten zurückziehen. Wie in einem Teufelskreis können sich Angst, Depression, mangelnde Bewegung und Schmerz gegenseitig verstärken. Das Ergebnis: Chronische Schmerzen werden zu einem eigenständigen Krankheitsbild – der Schmerzkrankheit.


Ambulante, teilstationäre und stationäre Schmerztherapie

In einem ersten Kontakt wird gemeinsam mit Ihnen überlegt, wie wir Ihnen am besten helfen können: Schmerztherapie ambulant, teilstationär oder stationär oder mit einer Kombination dieser Möglichkeiten und welche Therapieoptionen für Sie in Frage kommen und ob weitere Diagnostik nötig ist. Für das meist später folgende erste ausführliche Gespräch sind verschiedene Unterlagen erforderlich: Neben einer Einweisung oder Überweisung und Krankenkassenkarte benötigen wir frühere Arztbriefe/-berichte, Befunde von Röntgenaufnahmen, CT´s und MRT´s und aktuelle Medikamentenpläne. Zudem erhalten Sie im ersten Kontakt einen detaillierten Fragebogen, den sogenannten Deutschen Schmerzfragebogen, den Sie bitte ausgefüllt zum ausführlichen Gespräch mitbringen.

Bei der ambulanten Therapie bekommen Sie Termine in der ambulanten Sprechstunde, beim teilstationären Ablauf findet die Behandlung tagsüber in der Klinik statt, abends und nachts sind Sie zuhause, beim stationären Aufenthalt befinden Sie sich in der Regel für 15 Tage im Krankenhaus. 
Für eine ambulante Behandlung ist eine Überweisung erforderlich, für eine teilstationäre oder stationäre Behandlung eine Einweisung vom Hausarzt oder Facharzt.


Behandlungsmöglichkeiten:

Beispiele möglicher Therapien:

  • die Neueinstellung mit Opiaten und anderen  Schmerzmitteln
  • lokale Infiltrationen – Spritzen von Schmerzmitteln
  • Leitungsanästhesie – bestimmte Nerven werden betäubt
  • Regionalanästhesie- größere Regionen werden mit Schmerzmedikamenten versorgt
  • Infusionstherapie – intravenöse Verabreichung schmerzlindernder Medikamente
  • lokal wirkende Medikamente, die über die Haut aufgenommen werden
  • Akupunktur, Schröpfen
  • Blutegeltherapie
  • Medikamentenentzug bzw. Reduktion
  • Ernährungsberatung
  • Physio- und Ergotherapie
  • Bewegungsbad
  • Entspannungsverfahren, Fango
  • Kältekammer
  • Hochtontherapie – Anregung des Stoffwechsels
  • Gefäßtherapie nach Bemer – Verbesserung der Durchblutung
  • Ganzkörperhyperthermie – therapeutische  Erwärmung des Körpers mit nachhaltigem Effekt
  • psychologische Schmerztherapie

Die letzteren vier Therapieoptionen stehen teilweise nur im Rahmen eines stationären Aufenthaltes zur Verfügung.

Die psychologische Schmerztherapie basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie. Angepasst an die individuellen Bedürfnisse des Patienten können dabei unterschiedliche Behandlungsmethoden und -formen zum Einsatz kommen. Beispielhaft hierfür stehen

  • Einzeltherapien
  • Gruppensitzungen zum Thema Schmerzbewältigung
  • Biofeedbacktraining
  • Progressive Muskelentspannung
  • Stressbewältigung
  • Aktivierungsstrategien
  • Aufmerksamkeitslenkung und viele mehr.


Behandlung chronischer Schmerzen

In der Behandlung chronischer Schmerzen spielen unterschiedlichste Aspekte eine wichtige Rolle: Die Art der Schmerzen, ihre Entstehungsgeschichte, mögliche Begleiterscheinungen ebenso wie psychische und soziale Faktoren. Die ambulante wie auch die stationäre multimodale, ganzheitlich orientierte Schmerztherapie berücksichtigt all diese Gesichtspunkte.Die Akteure in der stationären Schmerztherapie sind an erster Stelle der Patient selbst, die Schmerztherapeuten, andere ärztliche Fachdisziplinen, Psychotherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten, Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte mit speziellen Kenntnissen bezüglich chronischer Schmerzen, Gestalttherapeuten, Ernährungsberater. Sie alle bilden ein Team, welches sich engmaschig abspricht und dadurch die Effektivität und Nachhaltigkeit der Behandlung steigert. Das Ziel einer Schmerzbehandlung ist immer, eine Senkung des Schmerzniveaus zu erreichen, den Umgang mit dem chronischen Schmerz zu erleichtern, die Beweglichkeit zu verbessern, die Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen, eine Rückkehr in die berufliche Tätigkeit oder die häusliche Aktivität zu unterstützen sowie die Lebensqualität und Lebensfreude zu steigern bzw. wieder zu gewinnen. 


Die Schmerzskala 

Wie wir Schmerz empfinden, ist sehr unterschiedlich und von außen nicht messbar. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als Schmerzpatient uns möglichst genau vermitteln können, wie Sie den Schmerz empfinden. Dabei hilft uns die so genannte Schmerzskala. Diese verläuft von Null (schmerzfrei) bis Zehn (unerträgliche Schmerzen). Mit Hilfe der Zahlen, oder falls Zahlen nicht angegeben werden können, mit Smilies, können Sie ihre Schmerzen einem Schmerzwert zuordnen. Wichtig ist auch, wie sich der Schmerz anfühlt, ist er stechend, ziehend, pochend, drückend, heiß, brennend, elend, furchtbar, einschießend oder z.B. wie Nadelstiche oder Ameisenlaufen?


Das Schmerztagebuch

Auch das Führen eines sogenannten Schmerztagebuches kann hilfreiche Informationen zum Schmerz liefern. Oft macht auch ein Tagebuch mit den positiven Dingen im Leben statt der alleinigen Schmerzbeobachtung Sinn.


Unsere Sprechzeiten:

Montag bis Freitag                08:00 – 16:00 Uhr

Kontakt:

Tel 0202 485-4659 (Schmerzambulanz)
Telefonische Erreichbarkeit    08:00 - 15:00 Uhr
Tel. 0202 485-2601 (Sekretariat Schmerztherapie)
Telefonische Erreichbarkeit    09:00-12:00, 14:00-15:30 Uhr

 

So erreichen Sie uns

DEPARTMENT FÜR SCHMERZTHERAPIE
Krankenhaus St. Josef
Bergstr. 6-12
42105 Wuppertal
Tel  0202 485-2601
Fax 0202 485-2609
ans.kh-josef@cellitinnen.de


Schmerzkonferenz: 

Interdisziplinäre Schmerzkonferenz zu ausgesuchten Themen aus dem Bereich Schmerztherapie: offen für Mitarbeiter aus dem Haus und ärztliche, psychologisch-psychotherapeutische, pflegerische und physiotherapeutische Kolleginnen und Kollegen, die im niedergelassenen Bereich in der Schmerztherapie oder mit Schmerzpatienten arbeiten.
Jeden 2. Mittwoch im Monat, 15:00-16:30 Uhr, Raum Elise, Verwaltungsgebäude.

Leitende Ärztin

Dr. Ulrike Bachmann-Holdau

Tel 0202 485-2601

 

 

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