O-Bein oder X-Bein
Beinachsenfehlstellungen
Wenn O-Beine oder X-Beine das Knie belasten
Eine Fehlstellung der Beinachse kann dazu führen, dass das Kniegelenk dauerhaft einseitig belastet wird. Zu den häufigsten Formen gehören O-Beine und X-Beine. Daneben gibt es Rotationsfehlstellungen, bei denen das Bein nach innen oder außen verdreht ist. Selten treten Fehlstellungen auf, die vor allem von der Seite erkennbar sind.
Nicht jede Beinachsenfehlstellung verursacht Beschwerden oder muss behandelt werden. Eine stärkere Fehlstellung kann jedoch Schmerzen begünstigen und langfristig zu Schäden am Meniskus oder Gelenkknorpel führen. Auch ein vorzeitiger Gelenkverschleiß, wiederholte Verrenkungen der Kniescheibe oder erneute Kreuzbandrisse können mit einer ungünstigen Beinachse zusammenhängen.
Wie wird eine Fehlstellung festgestellt?
Vor allem bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Kniebeschwerden sollte die Beinachse sorgfältig untersucht werden. Denn eine behandlungsbedürftige Fehlstellung ist von außen nicht immer deutlich sichtbar.
Neben einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung kann eine Röntgenaufnahme beider Beine im Stehen notwendig sein. Mithilfe dieser sogenannten Ganzbeinstandaufnahme lässt sich die Beinachse genau beurteilen. Bei Rotationsfehlstellungen können weitere bildgebende Untersuchungen erforderlich sein. Die Ergebnisse und die möglichen Behandlungswege besprechen wir anschließend ausführlich mit Ihnen.

Wann ist eine Operation sinnvoll?
Ob eine operative Korrektur notwendig ist, hängt von der Art und Stärke der Fehlstellung, den Beschwerden sowie bereits vorhandenen Schäden im Kniegelenk ab. Ziel einer solchen Operation ist nicht die kosmetische Veränderung des Beines. Vielmehr soll die Belastung im Knie gleichmäßiger verteilt werden, um
- Schmerzen zu lindern,
- geschädigte Menisken oder Knorpel zu entlasten,
- das Fortschreiten einer Arthrose zu verlangsamen und
- weiteren Schäden am Kniegelenk vorzubeugen.
Auch bei Rotationsfehlstellungen kann eine Korrektur sinnvoll sein, beispielsweise wenn die Kniescheibe wiederholt verrenkt oder dauerhaft falsch geführt wird.
Wie läuft die operative Korrektur ab?
Vor der Operation wird die erforderliche Korrektur mithilfe einer speziellen Software millimetergenau geplant. Während des Eingriffs wird der Knochen am Ober- oder Unterschenkel – abhängig vom Sitz der Fehlstellung – gezielt korrigiert und anschließend mit einer stabilen Platte fixiert. Falls gleichzeitig ein Meniskus- oder Knorpelschaden besteht, kann dieser im Rahmen einer Kniegelenkspiegelung mitbehandelt werden.
Nach der Operation soll das Knie möglichst früh wieder bewegt werden. In den ersten Wochen sind in der Regel Gehstützen erforderlich. Wann das Bein wieder teilweise oder vollständig belastet werden darf, richtet sich nach dem individuellen Eingriff und dem Heilungsverlauf. Ein persönlicher Nachbehandlungsplan begleitet Sie Schritt für Schritt zurück in den Alltag und zum Sport.