Krankenhaus St. Josef

Knochendichtemessung

Die DEXA (dual energy x-ray absorptiometry, Osteo-Densitometrie) ist die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene, sehr strahlenarme, kurz andauernde (ca. 10 Minuten) Röntgenmessung der Knochendichte. Zwei Röntgenstrahlen unterschiedlicher Stärke werden durch das Knochengewebe an der Lendenwirbelsäule und des Oberschenkel geschickt. Diese Körperregionen sind deshalb gewählt worden, da die Frakturgefährdung in diesen Regionen besonders hoch und klinisch bedeutsam ist. In Abhängigkeit von dem Mineralgehalt des Knochens ist die Durchlässigkeit dieser Strahlen durch den Knochen unterschiedlich und erlaubt die Berechnung der Knochendichte per Computer. Die Strahlendosis ist sehr gering und beträgt nur ca. 10 - 50 uSv pro Messort (zum Vergleich: die natürliche Strahlenbelastung liegt bei ca. 100 uSv / Monat).

Gemessen werden der so genannte T-Wert und der Z-Wert: der T-Wert entspricht der Abweichung des Messergebnisses von der Knochendichte eines 30 jährigen Erwachsenen; der Z-Wert entspricht dem alterskorrigierten Wert. Angegeben werden diese Werte als Standardabweichungen von den jeweiligen Referenzwerten. Für die Bewertung und für die Therapieentscheidung ist der T-Wert die entscheidende Größe.

Die WHO definiert die Osteoporose („poröser Knochen") ab einem T-Wert von unter -2,5, der Osteopenie (= präklinische Osteoporose) entsprechen T-Werte zwischen -1 und -2,5. Veranschaulichend formuliert: Beträgt die Knochenmasse weniger als 75 % eines gesunden jungen Erwachsenen, gemessen an definierten Körperregionen (s.o.), liegt eine Osteoporose vor.

Bei der Osteoporose handelt es sich um einen Verlust von Knochenmasse, -struktur und -funktion mit dem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen. Der Dachverband der deutschsprachigen osteologischen Fachgesellschaften hat eine Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose erstellt, für deren Umsetzung u.a. der T-Wert der Knochendichtemessung herangezogen wird.

Alternative Methoden zur Bestimmung der Knochendichte sind z.B. die quantitative Computertomographie (QCT), die jedoch mit einer deutlich höheren Strahlenbelastung verbunden ist, und die quantitative Ultraschallmessung (QUS), die sich jedoch noch im experimentellen Stadium befindet und nicht standardisiert ist.

Ziel der Knochendichtemessung ist es, frühzeitig Patienten zu detektieren, die unter Osteoporose leiden und behandelt werden müssen, mit der Zielsetzung, Knochenbrüche zu verhindern. Insbesondere Patienten weiblichen Geschlechtes nach Eintritt der Menopause und Patienten mit so genannten Risikofaktoren (z.B. endokrinologische Erkrankungen [wie z.B. Zuckerkrankheit], höhergradige Nierenfunktionsschwäche, Untergewicht, Nikotinmissbrauch, übermäßiger Alkoholgenuss, Immobilität, familiäre Osteoporose, Kortisonbehandlung) ist die Knochendichtemessung zu empfehlen.

Eine Kostenübernahme der ambulanten Untersuchung durch die Krankenkasse ist im Einzelfall möglich, für die während eines (teil-)stationären Aufenthaltes durchgeführte Knochendichtemessung entstehen dem Patienten grundsätzlich keine Kosten.

Ist eine Osteoporose durch die Knochendichtemessung bestätigt, bestehen heute potente medikamentöse Therapieoptionen in Abhängigkeit von Lebensalter, erlittenen Knochenbrüchen und den Risikofaktoren. In unserer Klinik werden bei entsprechender Indikation sowohl die leitliniengerechte Diagnostik wie auch die leitlinienkonforme Therapie der Osteoporose angeboten.

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