Krankenhaus St. Josef

Klinik für Orthopädische Rheumatologie und Handchirurgie

Abteilung Orthopädische Rheumatologie

Etymologisch gesehen findet das Fach Rheumatologie seinen Ursprung im griechischen Wort  rew,  das fließen bedeutet.  Darunter versteht man eine Reihe von  Krankheiten, die den Bewegungsapparat angreifen, die Schmerzen verursachen, bei denen Bewegungseinschränkungen auftreten und möglicherweise innere Organe mit erkranken lassen. Diese Erkrankungen bilden den sogenannten Rheumatischen Formenkreis.

Wie es wissenschaftlich nachgewiesen wurde, basieren diese Erkrankungen auf einen Entzündungsprozess. Dem zugrunde liegen entweder ein Autoimmunvorgehen, mechanischer Knorpelschaden oder Kristallablagerungen (wie z.B. bei der Gicht) vor. In Folge entsteht eine Funktionsbeeinträchtigung des Bewegungsapparates durch Zerstörung von Gelenken als auch von Strukturen außerhalb des Gelenkes, wie z.B. Sehnen.  In erster Linie erfolgt die Behandlung medikamentös. Die Medikamente werden eingesetzt, um die die Entzündung zu hemmen, wenn möglich um die Ursache zu beseitigen und den Verlauf der Erkrankung zu mildern.

Der Aufgabenbereich des orthopädischen Rheumatologen wird in drei Säulen aufgebaut: Prävention (Vorbeugung), Rekonstruktion (Wiederherstellung) und „salvage“ (Schadenminimierung).

Auch im Frühstadium wird im entzündeten Gelenk der Knorpel angegriffen. Häufig entsteht durch die Schwellung eine Fehlstellung des Gelenkes. Auch Sehnengewebe kann beschädigt werden. In dieser Phase muss vorbeugend interveniert werden: Krankengymnastik und  Ergotherapie werden eingesetzt, um Fehlstellung zu vermeiden und Bewegung zu erhalten. Lagerungs- oder Arbeitsschienen kommen zum Einsatz. Manchmal ist es erforderlich das entzündete Gewebe operativ zu entfernen, um den Entzündungsprozess aufzuhalten (sog. Synovektomie). Wenn möglich, wird dieser Eingreif minimal-invasiv unter arthroskopischer Sicht durchgeführt. Gleichzeitig können Maßnahmen durchgeführt werden, um mechanische Hindernisse zu beseitigen und das Bewegungssegment zu balancieren.

Wenn der Knorpelschaden schon fortgeschritten ist, besteht immer noch die Möglichkeit die Funktion wiederherzustellen. Dafür steht der Gelenkersatz zur Verfügung. In den breiten Massen ist am ehesten der Hüft- oder Kniegelenkersatz bekannt. Jedoch kann man mit entsprechender Erfahrung exzellente Ergebnisse bei vielen anderen Gelenken erzielen. Auch ein Schulter-, Ellenbogen-, Hand- oder Sprunggelenk kann mit Erfolg ersetzt werden.

Leider gibt es Zerstörungsmuster, die eine rekonstruktive operative Behandlung nicht möglich machen; die Fehlstellung ist zu groß, wichtige Knochensubstanz ist verloren gegangen oder der Bandapparat ist lädiert. Es ist aber auch in diesen Fällen möglich die Funktion zu bessern. Fehlstellungen, die eine Beeinträchtigung verursachen, können korrigiert werden.  Besonders bei instabilen Gelenken hat sich die Gelenkversteifung bewährt. Weitere Alternativen entstehen durch Weichteileingriffe, wie z.B. das Versetzen einer Sehne. Last but not least: die enge Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Orthopädieschuhmacher stellt einen unentbehrlichen Bestandteil des Erfolges dar.

Fazit: wir können rheumatische Erkrankungen nicht immer heilen, aber wir können die Auswirkungen minimieren, das Leiden lindern und die Funktion erhalten.

Das bedeutet für unsere Patienten: Lebensqualität

Chefarzt 

Dr. med. Theodor Patsalis

Tel 0202 485-2101

Seniorenhaus Serafine