Krankenhaus St. Josef

Verfahren

Spinal Cord Stimulation (SCS)

Dieses Verfahren ist die „klassische“ Neuromodulation. Wie oben beschrieben werden hier die Elektroden in den Rückenmarkskanal gelegt. Die Anlage kann über die gesamte Wirbelsäule erfolgen, von der Hals- bis zur Lendenwirbelsäule. Die Stimulation kann über zwei Arten erfolgen: zum einen als angenehmes Kribbeln im betroffenen Areal oder als sogenannte „stumme“ Stimulation, wo der Schmerz gelindert wird, die Stimulation aber nicht durch Kribbeln oder sonstige Empfindungen auffällt. Heutzutage erfolgt meist die stumme Stimulation, da hier deutlich bessere Ergebnisse in der Schmerzreduktion erzielt werden.

Dorsal Root Ganglion Stimulation (DRG)

Hierbei wird eine Elektrode direkt auf die betroffene Nervenwurzel im Rückenmarkskanal gelegt. Bei Schmerzen, die einzelne Nerven oder Regionen betreffen, kann hier gezielt der Schmerz behandelt werden. Beispiele sind isolierte Hüft-, Knie-, Fuß- oder Leistenschmerzen, häufig nach Operation. Die Herpes Zoster Neuralgie und die Intercostalneuralgie (Gürtelförmige Rippenschmerzen, meist nach operativen Eingriffen). 

Okzipitalnerv-Stimulation (ONS)

Die Elektroden liegen hier im Unterhautfettgewebe des Nackens über dem Austrittspunkt des großen Hinterhauptnervs. Hier können über die Stromimpulse verschiedene Kopf- und Nackenschmerzarten behandelt werden.

Sakralnerv-Stimulation (SNS)

Die Elektrode wird hier unter Röntgensicht direkt in den Steißbeinkanal eingelegt und stimuliert die Nerven für den Beckenboden und die Blasen- sowie Darmschließmuskulatur. Während der Testphase spüren die Patienten ein Pulsieren in der betroffenen Muskulatur. Bei gewissen Formen der Inkontinenz kann hier eine deutliche Verbesserung der Kontinenz und somit der Lebensqualität erreicht werden.

Intrathekale Medikamentenpumpen

Bei schweren chronischen Schmerzsyndromen sind häufig sehr hohe Dosierungen von Medikamenten notwendig, welche dann ein entsprechendes Spektrum an Nebenwirkungen bieten. Bei Patienten mit hohen Dosierungen an Morphinen oder Medikamenten gegen Spastik kann es jedoch eine gute Alternative sein, diese direkt in das Nervenwasser und somit direkt an den Wirkort zu verabreichen. Die Dosis kann drastisch gesenkt werden bei gleicher Wirkung. Auch die Nebenwirkungen fallen entsprechend ab.

Radiofrequenzablation/Thermokoagulation

Trotz dem massiven Rückgang der destruierenden, also zerstörenden Verfahren eignen sich manche Schmerzzustände noch heute perfekt für diese lokale Therapie. Patienten mit Degenerationen der Zwischenwirbelgelenke (Facettengelenke) oder der Kreuzdarmbeingelenke (Ileosakralgelenke) zeigen häufig lokale Schmerzbefunde, die durch Spritzentherapie kurzfristig gebessert werden können. Durch eine Verödung mit Hitze kann ein dauerhafter Effekt erzielt werden mit anhaltender Schmerzreduktion. Hier wird unter Röntgenkontrolle eine Nadel direkt an das schmerzende Gelenk geführt und die kleinen Schmerznerven dieses Bereiches verkocht. Dadurch hört das Schmerzempfinden auf und die Beweglichkeit wird wieder deutlich verbessert.

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Cellitinnen-Seniorenhaus St. Gertrud