Krankenhaus St. Josef

Schmerz und Schmerzkrankheit

Wie entstehen Schmerzen? Schmerzen entstehen durch Gewebeschädigung (Verletzungen, Entzündungen, etc.) und lösen in unserem Körper elektrische und chemische Signale aus. Diese Impulse werden vom Ort der Schädigung über Nervenfasern zum Rückenmark und von dort zum Gehirn geleitet. Durch Schmerzreize kommt es zur Ausschüttung von körpereigenen Substanzen (so genannte Mediatoren), die lokale Veränderungen (Entzündung, vermehrte Durchblutung) bewirken und damit die Entstehung der Schmerzen verursachen.

Schmerz wird von der WHO folgendermaßen definiert:
"Der Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird."

 

Wichtig zum Verständnis der Schmerzkrankheit ist die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Der chronische Schmerz und die Behandlungsgrundlagen werden dadurch erst verständlich.

Akute Schmerzen

Der akute Schmerz hat über den unmittelbar negativen Erlebniswert hinaus eine sehr wertvolle Funktion: Er erhält die körperliche Unversehrtheit des Organismus und warnt uns vor möglichen Schäden. Akuter Schmerz hat also einen Signalcharakter.

Chronische Schmerzen

Wird akuter Schmerz nicht ausreichend behandelt, so kommt es zu einer zunehmenden krankhaften Veränderung der Schmerzverarbeitung des Körpers. Die Beziehung zwischen der Intensität des Schmerzreizes (z.B. Gewebeschädigung) und der Schmerzreaktion geht verloren. Der chronische Schmerz hat seine Warnfunktion verloren.

Die häufigsten Schmerzformen des chronischen Schmerzes sind:

  • Rückenschmerzen ( z. B. nach Bandscheibenvorfall, Nervenwurzelkompression)
  • Kopfschmerzen (z.B. Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerzen)
  • Rheumatische Schmerzen ( z.B. Arthritis, Fibromyalgie)
  • Neuralgien (z.B. Trigeminusneuralgie, Gürtelrose)
  • Tumorschmerzen (z.B. Tumore, Knochenmetastasen)
  • Degenerative Schmerzen (z.B. Osteoporose, Arthrose)
  • Phantomschmerzen (z.B. nach Amputation)

Der Weg in die Schmerzkrankheit

Diese akuten Erkrankungen können zu Verhaltensänderungen, Schonhaltungen, Muskelverspannungen und psychischen Veränderungen (Ängste, Depressionen) führen. Angst und Schmerz können sich wie in einem Teufelskreis gegenseitig hochschaukeln. Dauerhafter Schmerz verursacht nicht selten Depressionen, da die Betroffenen in ihrem Alltag eingeschränkt sind und sich aus sozialen Kontakten zurückziehen.

Chronische Schmerzen werden so zu einem eigenständigen Krankheitsbild, der Schmerzkrankheit, einem chronischen Leiden.

Bei der Chronifizierung von Schmerzen spielt es eine große Rolle, wie der Mensch mit Schmerzen umgeht. Menschen, die auf Schmerzen mit Hilflosigkeit und Ängsten reagieren, ihre sozialen und körperlichen Aktivitäten einschränken und den Schmerz zum Lebensmittelpunkt machen, haben ein hohes Risiko, an Dauerschmerzen zu erkranken.

Jetzt Facebook-Fan werden.   Jetzt YouTube-Channel abonnieren.
St. Franziskus-Hospital