Krankenhaus St. Josef

Medikamentöse Behandlung

Eine der tragenden Säulen in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen ist neben der Physiotherapie, Ergotherapie und der operativen Therapie die medikamentöse Behandlung. Während mit der Operation oder auch der Ergotherapie nur einzelne Gelenke auf einmal behandelt und gebessert werden können, orientiert sich die medikamentöse Behandlung an dem Konzept, dass rheumatische Erkrankungen Systemerkrankungen sind und deshalb der gesamte Organismus behandelt werden muss.

Dabei gilt die Devise: so wenig wie möglich, soviel wie nötig.

Die medikamentöse Behandlung stützt sich auf drei verschiedene prinzipielle Wirkmechanismen:

  • schnell wirksame, nicht Cortisonhaltige Entzündungshemmer, sog. NSAR (non steroidal anti rheumatic drugs)
  • Cortisonpräparate (als Tablette)
  • Basistherapeutika

Die NSAR ermöglichen eine schnelle Entzündungsunterdrückung und damit eine Schmerzreduktion. Allerdings sind sie nicht in der Lage die Krankheitsprogression aufzuhalten.

Cortisonpräparate haben sowohl eine stark entzündungshemmende Wirkung als auch eine krankheitsmodifizierende Eigenschaft. Bis zu 2 Jahren können sie auch in niedriger Dosierung den Fortgang der entzündlich rheumatischen Erkrankung positiv beeinflussen, länger gegeben überwiegen jedoch die Nebenwirkungen.

In den letzten Jahren hat die verfügbare Anzahl der Basistherapeutika in der Rheumatologie deutlich zugenommen. Diese haben keine schmerzlindernde Wirkung, sondern hemmen den Fortgang der Erkrankung. Die Wirkung tritt nur langsam über Wochen und Monate ein. Nach Absetzen der Basistherapeutika dauert es daher auch Wochen und Monate, bis es zu einem erneuten Schub der entzündlich rheumatischen Erkrankung kommt. Die Einnahme von Basistherapeutika verlangt eine regelmäßige Kontrolle durch den Hausarzt und den Rheumatologen. Die Kontrolle muss sowohl durch Laboruntersuchungen als auch durch Röntgenuntersuchungen erfolgen. Vor allem die neueren Basistherapeutika (Biologicals) sind hoch wirksam, können aber auch gravierende Nebenwirkungen haben (Infektion, Sepsis), so dass die Kontrollen nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen.

Die oben skizzierten Behandlungsschemata gelten für entzündlich rheumatische Erkrankungen wie Kollagenosen, Vasculitiden, chronische Polyarthritiden und Spondylarthropathien. Dabei muss das medikamentöse Behandlungsschema der jeweiligen Erkrankung und dem Schweregrad der Erkrankung angepasst werden. Zusätzliche notwendige Behandlungsmaßnahmen werden ebenfalls auf dieser Internetseite beschrieben. Andere rheumatische Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates wie Arthrosen, Osteoporosen oder Weichteilrheumatismus (z.B. Fibromyalgie) benötigen ein ganz anderes Behandlungsschema.

Arthrosen werden vorwiegend mit NSAR und Physiotherapie behandelt. Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, muss eine operative Therapie erwogen werden.

Die Behandlung der Osteoporosen erfolgt nach zwei Prinzipien. Der Knochenaufbau wird durch Calcium und Vitamin D gefördert, der Knochenabbau durch sogenannte Biphosphonate gehemmt. Allerdings müssen sekundäre Osteoporosen, d.h. Osteoporosen auf Grund anderer Erkrankungen, vor Beginn der Therapie durch geeignete diagnostische Maßnahmen ausgeschlossen werden. Die Verlaufskontrolle durch geeignete Knochendichtemessungen sollte in 1-2 jährlichen Abständen erfolgen. Eine häufigere Messung ist nicht sinnvoll, da die Meßmethode Veränderungen in kürzeren Zeitabständen nicht erfassen kann.

Für den Weichteilrheumatismus (nicht entzündlich) existieren kaum medikamentöse Behandlungsschemata. Die Behandlung erfolgt im wesentlichen Symptombezogen. Die Behandlung mit Navoban (Infusion an 5 aufeinander folgenden Tagen) wirkt bei etwa 30 % bis 50 % aller Patienten, die an Fibromyalgie leiden. Die Wirkung hält etwa 3 Monate an.

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