Krankenhaus St. Josef

Punktion von Gelenken und Synoviaanalyse

Bei den meisten rheumatischen Erkrankungen sind primär die Gelenke betroffen. Im Rahmen der Entzündungsreaktion kommt es häufig zu der Ausbildung eines Gelenkergusses. Der Erguss selbst bewirkt eine Schmerzreaktion und eine Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenkes. Die Punktion und Entlastung des Gelenkes hat deshalb sowohl therapeutische als auch diagnostische Aspekte. Die Entlastung wird häufig als so angenehm empfunden, dass der diagnostische Aspekt nicht beachtet wird.

Untersuchungsverfahren: Die Gelenkflüssigkeit (Synovia) wird von der Gelenkinnenhaut produziert. Beim gesunden Gelenk passt sich die Synovia in Menge, Konzentration, Viskosität und Elastizität den Erfordernissen eines Gelenkes an. Beim kranken Gelenk ändern sich Menge, Farbe, Durchsichtigkeit, Viskosität, Proteingehalt und Zellzahl.

Durch die Gelenkinjektion hat man die Möglichkeit, einen normalen, entzündlichen und/oder bakteriellen Gelenkerguss zu unterscheiden. Dazu wird das Gelenk großräumig desinfiziert und mit einem sterilen Lochtuch abgedeckt. Das Aufsprühen eines Vereisungssprays betäubt den Ort der Einstichstelle. Beim Vorführen der Nadel bis zur Gelenkflüssigkeit können zusätzlich wenige Tropfen eines Betäubungsmittels gegeben werden. Mit einer dünnen Nadel wird in den Gelenkspalt eingegangen und die Gelenkflüssigkeit abgesaugt, anschließend ein steriles Pflaster aufgeklebt. 


Nach der Untersuchung sollte das Gelenk für 3 Stunden ruhig gehalten, bei belastungsabhängigen Gelenken hochgelagert und gekühlt werden. Um Infektionen zu vermeiden, sollte das Gelenk 24 Stunden nicht mit Wasser in Kontakt gebracht und das sterile Pflaster belassen werden.

bei jedem Punktat aus einem Gelenk erfolgt eine:

  • bakteriologische Untersuchung
  • mikroskopische und polarisationsmikroskopische Untersuchung
  • ggf. eine gentechnische Untersuchung

Bei der bakteriologischen Untersuchung wird überprüft, ob die Gelenkentzündung durch Bakterien verursacht wird.

Bei der mikroskopischen Untersuchung werden die Anzahl der Entzündungszellen gezählt (rheumatisch oder degenerativ) und die Art der Entzündungszellen bestimmt (akut oder chronisch).

Weiterhin wird im Polarisationsmikroskop nach Kristallen gesucht (Natriumurat = Harnsäurekristalle bei der Suche nach einer Gicht, Calciumpyrrophosphatkristalle zur Diagnose einer Pseudogicht.).

Außerdem sind Spezialuntersuchungen wie die PCR (Polymerase Kettenreaktion) möglich, z.B. um nach Borrelien (Zeckenbiss) oder nach Chlamydien zu fahnden.

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