Krankenhaus St. Josef

Erkrankungen

Bandscheibenverschleiß/Diskogenes Schmerzsyndrom

Bei einem Verschleißsyndrom der Bandscheibe kommt es zu einem Verlust an elastischen Fasern im Bandscheibengewebe und zu einer Höhenminderung der Bandscheibe, was zu einer schmerzhaften Zunahme von Mikrobewegungen im Bewegungssegment führen kann. Außerdem kann es zu Einrissen in den hinteren Anteilen der Bandscheibe kommen. Typische Symptome sind durchbrechartige Rückenschmerzen, insbesondere beim Vorbeugen oder Aufrichten aus tief vorgebeugter Position. Die konservativen Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt, da eine klassische Infiltrationsbehandlung den Ort der Schmerzen nicht erreichen kann. Außer einer intensiven krankengymnastischen Übungsbehandlung zum Training der rumpfstabilisierenden Muskulatur bleiben dann nur noch minimalinvasive Möglichkeiten  oder eine
fusionierende Behandlung des entsprechenden Bewegungssegmentes.

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Bandscheibenvorwölbung kommt es zu einem Ausbruch von Bandscheibengewebe aus dem Faserring der Bandscheibe. Dieses ausgebrochene Bandscheibengewebe kann dann auf Nervenstrukturen im/am Rückenmarkskanal drücken, was je nach Lage des Bandscheibenvorfalls zu einer Schmerzausstrahlung in das Bein oder in den Arm, häufig in Kombination mit Hautmissempfindungen und Muskelfunktionsstörungen, führen kann.
Neben einer krankengymnastischen Übungsbehandlung sind hier häufig Nervenwurzelinfiltrationen oder Periduralanästhesien, die wiederholt gesetzt werden können, sinnvoll. Bei Beschwerdepersistenz oder akuten Lähmungserscheinungen bleibt häufig nur noch eine operative Intervention. Dann im Rahmen eines minimalinvasiven mikrochirurgischen Eingriffs.

Wirbelkanalverengungen (Spinalkanalstenose)

Dabei  kommt es aufgrund eines fortgesetzten Verschleißsyndroms zu einer mechanischen Einengung des Rückenmarkkanals. Häufig durch einen Kombinationsmechanismus aus verschleißbedingter Verdickung der Wirbelgelenke, Verdickung der rückenmarkskanalen Bänder sowie einer verschleißbedingten Vorwölbung von Bandscheibenstrukturen. Typischerweise kommt es zu belastungsabhängigen Beschwerden in den Beinen schon häufig nach kurzer Wegstrecke in Verbindung mit einem Schwäche-/Schweregefühl. Während leichtere Formen der Spinalkanalstenose noch für eine konservative Therapie inklusive Periduralanästhesien, ggf. Anlage eines Periduralkatheters, ansprechen, ist bei den schwereren Formen nur noch eine operative Erweiterung des Rückenmarkkanals möglich. Je nach Ausprägung der Spinalkanalstenose muss dann ggf. auch gleichzeitig die Stabilisierung des entsprechend operierten Wirbelsäulenabschnittes erfolgen.

Wirbelsäulendeformitäten und -brüche

Skoliose

Neben einer meist angeborenen, bereits im Jugendalter auftretenden Skoliose sind häufig verschleißbedingte Seitverbiegungen und Rotationen einzelner Wirbelsäulenabschnitte relevant. Häufig sind die verschleißbedingten Wirbelsäulenverkrümmungen mit einer schweren Spinalkanalstenose vergesellschaftet  sodass konservative Therapiemaßnahmen inklusive Vereisungen der Wirbelgelenke nur zu einem unzureichenden Therapieerfolg führen. In einem solchen Fall sind häufig aufwendige rekonstruierende und versteifende Wirbelsäulenoperationen notwendig.

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)

Sowohl  beim angeborenen Wirbelgleiten, welches vor allem durch eine Bogenschlussstörung auftritt, als auch bei einem verschleißbedingten Wirbelgleiten, kommt es neben einem typischen Instabilitätsschmerz (s.o.) zu Nervendehnungsschmerzen, welche in die Beine ziehen und auch Hautmissempfindungsstörungen oder Lähmungserscheinungen beinhalten können. In einem solchen Fall bleibt meist nur noch die Möglichkeit eines korrigierenden/versteifenden Eingriffs.

Wirbelbrüche


Neben unfallbedingten Wirbelfrakturen besteht insbesondere bei vorbestehenden generalisierten Knochenerkrankungen (u.a. Osteoporose) die Gefahr von spontanen Wirbelfrakturen, die äußerst schmerzhaft sind, und häufig zu schweren Deformierungen und Anschlussproblemen führen können. Hier besteht neben einer äußeren Stabilisierung mittels Korsett oft die eindeutige Indikation zur operativen Stabilisierung des betroffenen Wirbelkörpers, welches häufig relativ komplikationsarm im Rahmen einer perkutanen Ballonkyphoplastie durchführbar ist.

Wirbelgelenkverschleiß/Facettensyndrom

Ein wesentlicher Grund für ausgeprägte Rückenschmerzen können verschleißbedingte Veränderungen an den Wirbelgelenken (sogenannte Facettengelenke) sein. Typischerweise bestehen die Schmerzen beim längeren Stehen oder Gehen sowie bei Erschütterung, die sich unter Vorneigung oder beim Sitzen deutlich reduzieren. Regelmäßig durchzuführende Facetteninfiltrationen können hier ggf. eine gewisse Beschwerdelinderung erbringen. Bei einem hartnäckigeren Schmerzsyndrom besteht die Möglichkeit einer Denervierung der Wirbelgelenke mittels Kryotherapie

Onkologische Krankheitsbilder

Primäre, behandlungsbedürftige Tumore an der Wirbelsäule sind selten. Im Rahmen von bösartigen Tumorerkrankungen sind jedoch immer wieder Tochtergeschwülste in Wirbelkörpern zu erkennen, die zu einer Stabilitätsminderung und zu einer Verlagerung von Rückenmarksstrukturen führen können. Neben der Möglichkeit der Zementauffüllung der betroffenen Wirbel besteht hier häufig die Notwendigkeit einer überbrückenden Stabilisierung und gleichzeitigen Wirbelkörperersatzoperation.

Entzündliche Erkrankungen/Spondylodizitis

Bei einer bakteriellen Entzündung der Bandscheibe bzw. der Wirbelkörper handelt es sich um ein hochdramatisches Krankheitsbild mit stärkster Schmerzausprägung im Rücken. Durch die latente Gefahr der Abszessbildung in der Bauchhöhle bzw. im Rückenmarkskanal besteht nur in der Frühphase eines solchen Krankheitsbildes die Möglichkeit einer konservativen Therapie (hochdosierte Antibiotikatherapie, externe Stabilisierung). Ansonsten besteht hier die Indikation zur Ausräumung des Infektherdes und gleichzeitiger operativer Stabilisierung des betroffenen Gebietes.

Erkrankungen des Kreuzdarmbeingelenkes (ISG)

Bei dem Kreuzdarmbeingelenk handelt es sich um die anatomische Verbindung von der Wirbelsäule zum Becken. Schon ohne strukturelle Veränderungen dieser Gelenke kann es bei Blockierungen zu einer deutlichen Schmerzausprägung kommen, welche aber durch Infiltrationen oder einer manualtherapeutischen Behandlung meist gut behandelbar sind. Die klassische Schmerzausbreitung bei einem sogenannten ISG-Syndrom besteht in der Region neben der Wirbelsäule, z. Teil ausstrahlend in die Gesäßregion, meist nicht weiger als über das Knie hinaus. Die Schmerzen treten  meist nach längerem Ruhen (Sitzen oder Liegen) auf und sind unter Bewegung meist rückläufig. Bei Vorliegen von strukturellen Veränderungen, d.h. massiven Verschleißerscheinungen, greifen konservative Maßnahmen nicht so gut. Hier besteht die Möglichkeit einer Denervierung (Abb. 1 und Abb. 2)  bzw. in letzter Konsequenz einer minimalinvasiven Einsteifung der IS-Fuge mittels IFUSE-Implantation.

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Seniorenhaus St. Adelheidis-Stift