Krankenhaus St. Josef

Kunstgelenke - Endoprothetik

Endoprothetik am Skelettsystem

Kunstgelenke sind für nahezu alle Gelenke des menschlichen Körpers verfügbar; sie sind allerdings nur dort sinnvoll, wo von Natur aus ein großer Bewegungsumfang gefordert wird (z.b. Schulter-, Ellbogen-, Handgelenk) oder wo wegen zwingend geforderter Fähigkeit zum Feingriff eine Versteifung nicht zweckmäßig ist (Fingergelenke) und schließlich dort wo gleichzeitig die Körperlast beweglich übertragen wird (Hüft-, Knie-, Sprung- und Großzehengrundgelenk).

Kunstgelenke sind immer als ein Ersatz zu betrachten. Sie können nicht so beansprucht werden wie ein gesundes natürliches Gelenk. Dennoch lässt ein Kunstgelenk, wenn es gut in den Körper integriert ist, ein weitgehend normales vor allem schmerzfreies Leben einschließlich zahlreicher sportlicher Betätigungsmöglichkeiten zu.

Ziel der operativen Versorgung mit einem Kunstgelenk ist immer das Erreichen von Schmerzfreiheit und von Funktions- (Bewegungs-) fähigkeit. Die früher (mangels von Kunstgelenken) häufig durchgeführte Versteifung eines Gelenkes schaffte zwar Schmerzfreiheit, allerdings auf Kosten von Funktionsverlust; sie ist heutzutage nur noch selten notwendig.

Im Sankt Josef - Zentrum für Orthopädie und Rheumatologie Wuppertal werden alle derzeit möglichen Arten des Gelenkersatzes durchgeführt.

Das Material

Künstliche Gelenke gibt es aus verschiedenen Werkstoffen: Titan, Stahllegierungen, Keramik und Kunststoffe (Polyäthylene). Sind in unterschiedlichster Kombination miteinander am gebräuchlichsten.

Die Verankerung

Die Befestigung von Kunstgelenken im menschlichen Körper kann entweder zementlos über Schraubsysteme oder über Einzelverschraubung sowie über besondere Gestaltung der Oberfläche oder durch Einzementierung mittels eines Knochenzementes erfolgen.

Die Kombination beider Verankerungsmöglichkeiten ist ebenso gebräuchlich (Hybrid).

 

Die Haltbarkeit

Durch natürliche Knochenalterung, durch Versprödung des Zementes, durch Abrieb des Kunststoffes und v.a. durch Überbeanspruchung des Gelenkes kommt es nach Jahren zur Lockerung der Endoprothese. Für die am häufigsten eingesetzten Endoprothesen (Hüft- und Kniegelenke) wird aktuell eine Standzeit von 12 – 15 Jahren erwartet.

Die Indikation

Alle schmerzhaften, entzündlichen oder verschleißbedingten Schadzustände, die nicht medikamentös oder durch andere Therapiemaßnahmen effektiv behandelbar sind, stellen die Indikation zur Versorgung mit einem Kunstgelenk dar. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht. Auch bei großen Kunstgelenken besteht keine übermäßige Belastung durch die Operation.

Entscheidend ist die Belastbarkeit des Herz-Kreislaufsystems.

Hüft- und Kniegelenke können prinzipiell auch doppelseitig in einer Operation ersetzt werden.

Die Spezialanfertigung

Bei besonderen anatomischen Situationen und bei tumorbedingter Notwendigkeit des Gelenkersatzes werden Spezialprothesen angefertigt: so kann z.B. - um eine Amputation zu vermeiden – das Hüftgelenk, der ganze Oberschenkel und das Kniegelenk in einer Operation ersetzt werden.

Die Komplikationen

Spezifische Komplikationsmöglichkeiten sind die Infektion; sie wird durch die routinemäßige Gabe eines Antibiotikums minimiert, sie liegt unter 1%. Eine Frühlockerung kann durch nicht bekannte Körperunverträglichkeit des Materials entstehen (z.B. Nickel-Allergie); hier kann durch Materialaustausch Abhilfe geschaffen werden. Bei Nichteinhalten der Verhaltensmaßregeln kann es in den ersten 3 – 4 Monaten zum Herausspringen des Gelenkkopfes aus der Pfanne (sog. Luxation) kommen. In Kurznarkose kann das Gelenk wieder eingerenkt werden, in ganz seltenen Fällen kann auch der Austausch der Pfanne oder der Prothese notwendig werden.

Kleine Beinlängenunterschiede durch die Operation sind keine Komplikationen, sondern eher der Regelfall. Bis zu 1,5 cm sind ohne größere Auffälligkeit am Schuh ausgleichbar.

Die nach-operative Behandlung

Grundsätzliches Prinzip ist die Frühmobilisation. Mit Hilfe von Krankengymnasten erfolgt bereits am 1. Tag nach der Operation ein Steh- bzw. Gehversuch unter Benutzung von Gehstützen und nach Wundheilung die Behandlung im Bewegungsbad. Ein spezieller Freiluft-Parcours mit unterschiedlichen Bodenbelägen, Treppen und Steigungen ist im parkähnlichen Garten des Hauses zur Gehschulung angelegt.

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Cellitinnen-Seniorenhaus St. Gertrud