Krankenhaus St. Josef

Tagesklinik

Wer versorgt Patienten mit rheumatischen Erkrankungen?

An der Behandlung rheumatischer Erkrankungen sind beteiligt:

  • Hausärzte
  • Fachärzte für Rheumatologie (teilweise für Orthopädie)
  • Allgemeinkliniken / orthopädische Kliniken
  • Rheumatologische Fachkliniken
  • Rehabilitations-Kliniken

In diesem Versorgungssystem gibt es auch die Behandlungsmöglichkeit in einer rheumatologischen Tagesklinik, die in Wuppertal 1994 als erste rheumatologische Tagesklinik in Deutschland eröffnet wurde.

Was ist eine Tagesklinik?

Tagesklinische Versorgung / Behandlung bedeutet ein Krankenhausaufenthalt ohne Übernachtung und ohne Anwesenheit am Wochenende. Die werktägliche Anwesenheit besteht in der Zeit von 8.00 - 16.30 Uhr. Es wird das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum wie bei einem vollstationären Aufenthalt angeboten.

Warum Tagesklinik?

Eine tagesklinische Versorgung kommt sowohl den Patienten als auch den Kostenträgern (das heißt den Krankenkassen) entgegen. Vorteile für die Patienten:

  • Die behandlungsfreien und diagnostikfreien Zeiten können Zuhause verbracht werden. Es müssen keine unproduktiven Zeiten im Krankenhaus „abgelegen“ werden.
  • Es handelt sich um eine wohnortnahe Versorgung, die sozialen Kontakte können problemlos aufrecht erhalten werden, im Gegensatz zu einer wohnortfernen Reha-Maßnahme.
  • Eine Haushalts- und Kinderversorgung ist evtl. möglich. Damit ist diese Versorgungsform auch für Betreuende geeignet.

Vorteile für die Kostenträger: geringere Kosten

  • Personalkosten für Nachtdienste, Wochenenddienste fallen weg

Es werden mobile Patienten zusammengefasst, die

  • Selbständig essen können
  • Die sich selbständig pflegen können und die somit weniger Pflegepersonal benötigen.

Mögliche Probleme:

  • Es kann in manchen Fällen sinnvoll sein jemanden aus seiner häuslichen Umgebung herauszulösen, um ggf. abendlichen Stress durch Haushaltsversorgung und/oder Kinderversorgung zu vermeiden.
  • Im täglichen Ablauf kann die Verfügbarkeit der Patienten in der zur Verfügung stehenden Zeit zu kurz sein, da Maßnahmen nicht in den Abend verschoben werden können.

Für wen und welche Krankheiten ist die Tagesklinik gedacht?

Die Inanspruchnahme der Tagesklinik ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, von der Fähigkeit zur Verrichtung der täglichen Bedürfnisse, der Gehfähigkeit und von der funktionellen Kapazität, d.h. von der Anzahl der betroffenen Gelenke. Es wird keine intensive pflegerische Versorgung geboten. Diagnostiziert und behandelt werden:

 

  • Patienten mit unklaren Diagnosen, die ambulant nicht entsprechend abgeklärt und therapiert werden können
  • Patienten mit Schüben ihrer Erkrankung, die ambulant nicht ausreichend beherrschbar sind, z.B. zur Basistherapie Ein- und Umstellung
  • Akute und chronische Schmerzpatienten, die ambulant nicht ausreichend intensiv behandelt werden können
  • Patienten, die aus Wuppertal und der näheren Umgebung kommen

Für wen ist die Tagesklinik nicht gedacht?

  • Patienten mit schweren Verläufen ihrer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, z.B. einer ausgeprägten Morgensteifigkeit, Luftnot
  • Patienten mit wesentlicher Einschränkung ihrer Beweglichkeit wie z.B. beim Befall von Hüft-, Knie- oder Fußgelenken
  • Patienten, die einer engmaschigen Überwachung und regelmäßigen Messungen von z.B. Urinausscheidung, Kreislaufwerten, Fieber, etc. bedürfen
  • Patienten, die eingreifende Therapien erhalten

Die Geschichte der Tagesklinik

Die erste bundesdeutsche rheumatologische Tagesklinik wurde am 01.06.1994 im Krankenhaus Marienheim hier in Wuppertal eröffnet und nach der Umstrukturierung des Krankenhaus St. Josef in ein Zentrum für Orthopädie und Rheumatologie hierher verlegt.

Der Tagesablauf

Der tagesklinische Ablauf beginnt werktäglich morgens um 8.00 Uhr. Nach der verwaltungstechnischen Aufnahme werden die Patienten vom ärztlichen Dienst untersucht, es wird ein Diagnose- und Therapieplan aufgestellt. Täglich finden Visiten zur Beurteilung des Verlaufs und zur weiteren Festlegung von Diagnostik und Therapie statt. Montags erfolgt eine Visite durch die Chefärztin, donnerstags eine Visite durch die/den Oberärztin/arzt.

Die Tagesklinik bietet das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum wie der vollstationäre Aufenthalt.

Die Mitarbeiter/-innen des Pflegedienstes informieren die Patienten über anstehende Maßnahmen, beantworten Fragen, leiten Informationen weiter und geben die Medikamente aus. Die Blutabnahmen erfolgen morgens.

Die Röntgendiagnostik erfolgt in der auf gleicher Ebene liegenden radprax.

Untersuchungen durch Ärzte anderer Fachgebiete (Neurologie, Orthopädie, Augenheilkunde, HNO, Gynäkologie) erfolgen teilweise im Hause, teils werden die Patienten in die entsprechenden Fachabteilungen des Klinikverbundes gefahren.

Jetzt Facebook-Fan werden.   Jetzt YouTube-Channel abonnieren.
Seniorenhaus Maria Einsiedeln